"Campus-Legenden" mit Micha Fritz
Shownotes
Micha Fritz, Mitbegründer von Viva con Agua, entwickelte schon während seines Studiums an der Universität Hamburg eine Leidenschaft für Engagement und gesellschaftliche Verantwortung. Zwischen Seminaren, Schachpartien und ersten Projekten auf Konzerten erkundete er, wie Wissen in Handeln umgesetzt werden kann. Im Gespräch mit Universitätspräsident Dr. Hauke Heekeren erzählt Fritz, wie kleine Aktionen, lokale Vernetzung und kreative Ideen den Grundstein für Viva con Agua legten, wie er Herausforderungen wie ADHS als Superkraft meisterte und warum Empathie, Humor und Teamarbeit zentrale Elemente seines Handelns sind.
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00:00:05: Geboren im Februar in Baden-Württemberg und aufgewachsenen Ludwigsburg und Stuttgart zählt Michael Fritz zu den bekanntesten Sozialunternehmern Deutschlands.
00:00:15: Nach Zivildienst als Rettungssanitäter und Studienjahren in Heidelberg, Nottingham und Hamburg entdeckte er früh seine Leidenschaft für gesellschaftliches Engagement.
00:00:24: In dem Jahr war er mit seinem Freund Benjamin Adreon, Viva Con Aqua, eine internationale Bewegung für sauberes Trinkwasser.
00:00:31: Heute unterstützen über
00:00:56: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Campus-Legenden.
00:01:00: Mein Name ist Hauke Hekerin.
00:01:02: Ich bin Präsident der Universität Hamburg und freue mich, Sie und Euch zu einer weiteren spannenden Ausgabe begrüßen zu dürfen.
00:01:10: Mein heutiger Gast ist Micha Fritz, Mitbegründer von Viva Con Agua, kreativer Tausend Sasser- und Kulturvernetzer, der mit viel Witz und Vision Menschen weltweit bewegt.
00:01:23: Gemeinsam sprechen wir heute darüber, wie sein Weg ihn von Baden-Württemberg nach Hamburg unter anderem an die Uni Hamburg und in die weite Welt geführt hat, welche Begegnungen und Ideen ihn geprägt haben und wie vielleicht auch die Studienzeit bis heute nachwirkt.
00:01:39: Schön, dass du heute da bist, lieber Micha.
00:01:40: Danke für die Einladung, es ist mir eine große Freude.
00:01:43: Cool, dann holen wir es nochmal ab.
00:01:45: Du hast zwei Tausend zwei Abi gemacht, irgendwo in der Nähe von Stuttgart.
00:01:49: Wie war das damals?
00:01:49: Was hattest du da für eine Fantasie für deine Zukunft?
00:01:53: Ehrlicherweise gar keine.
00:01:55: Also es war so fantasielos, dass ich das Einzige, was ich kannte, nämlich... Das stimmt jetzt nicht ganz, mein Vater ist Arzt, Schwester und so weiter, das heißt ein bisschen Krankenhäuser kannte ich als System, aber sonst kannte ich ja nur den Schulhof quasi.
00:02:09: und dann wollte ich Lehrer werden.
00:02:11: Weil ich im Zivildienst, ich bin Krankenwagen gefahren, habe ich gemerkt, mit Menschen mag ich, aber da hast du ja eher mit den, sag ich mal, auf den letzten Metern ihres Lebens zu tun.
00:02:20: und deswegen wollte ich mit jungen Menschen und dann war so... wollte ich Lehrer werden, Geschichte und Anglistik studiert, obwohl ich im zehnten Semester irgendwann gemerkt habe Englisch, ich habe gar kein Talent dafür, also ich lerne Sprache super schwierig, das habe ich aber erst sehr spät gelernt.
00:02:36: und ja und bin dann hier so reingestolpert in dieses ganze Studium, habe erst in Heidelberg versucht, so wirklich, wie du es wahrscheinlich dir wünschst von allen Studierenden, sehr straight und seriös zu studieren und das Latino noch nachholen müssen für Geschichte.
00:02:53: Und dann über Nottingham aus dem Semester nach Hamburg gekommen, wo mein Kumpel Benjamin Reiner-Hartrion, mit dem ich aufgewachsen bin, bei St.
00:03:00: Pauli gespielt hat.
00:03:01: Und der, der damals die Idee zu Viva Con Acqua, deswegen heißt er auch Viva Con Acqua ds.paulie.v.
00:03:06: was wir gegründet haben, das erste nämlich dieser Gemeindezüge Kosmos.
00:03:10: Und dann habe ich gesagt, okay, dann studiere ich parallel, aber dann ist so dieses Studium immer weiter runtergegangen, das Engagement und das Engagement für Viva Con Acqua immer größer geworden.
00:03:21: Aber, wollen wir ganz kurz, bevor es da komplett reingest.
00:03:25: Wie war das denn genau?
00:03:26: Wie musst du das vorstellen?
00:03:27: Du warst noch in Nottingham und dann ruft dein Kumpel dich an aus Stuttgart herzeiten.
00:03:32: Du bist aus dem Moment, an den du dich erinnerst?
00:03:35: Ja, der hatte
00:03:35: immer mal wieder angerufen.
00:03:36: Dann hatte er angerufen und gesagt, ich studiere jetzt
00:03:41: Anthropologie.
00:03:41: Danke.
00:03:42: Weil es voll geil, weil es voll einfach und so übern Menschen und so.
00:03:46: Und dann, einem Monat später, hat er dann halt mal angerufen und gesagt, ich mach jetzt hier so was mit Wasser, wie war Konak war und ich gründe hier irgendwas.
00:03:54: Und genau, dann bin ich nach Hamburg zum Studieren.
00:03:57: Ich wollte eigentlich nach Heidelberg zurück, um da meinen Abschluss so richtig zu machen, weil du natürlich mit diesem Föderalismussystem als Lehrer, glaube ich, damals auf jeden Fall die Herausforderung hattest, wenn du jetzt in Hamburg den Abschluss machst, dann kannst du nicht überall arbeiten und so.
00:04:10: Und dann wollte ich Ihnen das bescheidene Heidelberg zurück, also bescheiden im Sinne von, ja, dann doch.
00:04:16: Und bin aber hier zum Glück geblieben und ... dann noch ein paar Semester, also ich glaub, siebzehn Semester an der Uni noch studiert, also war dann im siebentzwanzigsten Semester.
00:04:25: Ich wollte eigentlich auch von euch so ein Zeitungsartikel oder so eine Urkunde, vielleicht könnte ich das rückwirkend noch haben für den letzten Magisterstudent.
00:04:32: Und ich muss sagen, ich bin unfassbar dankbar, weil dieser Status, muss ich ganz offen und ehrlich sagen, hat mir ermöglicht, dass mein Eltern haben es finanziert, also mir so eine Wohnung, ein bisschen Nebenjobben musste ich, Viva Conacva zu gründen.
00:04:44: Also so, ich hätte es ohne dieses Studium nicht gründen können.
00:04:47: Ja, aber erzähl mal, das klingt ja jetzt spannend.
00:04:50: Also du warst dann erst, hast du gesagt, schon noch im Studium?
00:04:53: Also bist du ja auch so, keine Ahnung, Filturm?
00:04:55: Hast du wahrscheinlich?
00:04:56: Ja, natürlich.
00:04:56: Wo hast du dich so...
00:04:57: Was
00:04:57: verbindest du noch mit Studienzeit in Hamburg?
00:05:00: Schachspielen
00:05:01: mit
00:05:01: meinem... Javet.
00:05:02: Bei meinem Kumpel, den ich hier irgendwann zufällig mal reingerannt bin.
00:05:06: Hier in diesem einen Kaffee-Knall-Hard oder wie das Ding heißt da.
00:05:10: Das geht immer
00:05:10: noch.
00:05:10: Genau, da haben wir immer Schach gespielt.
00:05:12: Und sonst verbinde ich vor allem viel Lesen.
00:05:16: weil Englisch und Geschichte ein bisschen nur am Lesen eigentlich.
00:05:19: Und für mich der schönste Moment war wirklich, als wir die Chance gekriegt haben, wo das Wasser umgestellt wurde dann schon, weil Viva Conac war.
00:05:27: Und das war auch so der Moment, wo ich dachte, okay, die Professoren trinken jetzt schon mein Wasser, vielleicht ... Brauche ich diesen Abschluss gar nicht mehr so richtig.
00:05:34: Das war dann so meine eigene Reflektion, wo ich dann gedacht habe, okay, jetzt ist es wie bei Conak was schon an so einem Punkt, dass vielleicht ich mich nicht mehr bewerben muss, wo du einen ganz normalen CV mit, was hast du gemacht, was hast du gelernt etc.
00:05:48: Ja,
00:05:49: jetzt hast du gerade gesagt, dieser Status alleine war ganz entscheidend für dich, dass du gründen konntest.
00:05:55: Kannst du das nochmal genauer sagen?
00:05:57: Naja, ich hatte das Glück, dass mein Vater und meine Mutter mich unterstützten beim Studium.
00:06:01: So wie viele die studieren, wahrscheinlich hoffentlich Privilegien.
00:06:05: Mein Vater war ein Arzt, dadurch war dafür jetzt nie ein Thema.
00:06:09: Und ich habe, weiß ich gar nicht, fünfhundert Mark damals, fünfhundert Euro.
00:06:12: Ne, es war schon Euro, fünfhundert Euro damals bekommen.
00:06:16: Und dadurch konnte ich mir halt, sag ich mal, ein sehr freies Leben und konnte halt sehr lange VivoKanak waren.
00:06:20: Wir haben das ja sechs Jahre, fünf Jahre ehrenamtlich gemacht, bis es überhaupt ein richtiger Job wurde.
00:06:26: Und da hat mir halt dieses Status als Studierender sehr geholfen, weil ich hab dann halt anstatt vielleicht sechs, sieben Scheine, wie man es normal macht.
00:06:34: zwei oder auch mal nur ein gemacht.
00:06:36: So, aber konnte halt parallel Viva Conacva machen.
00:06:39: Und diese Freiheit des Studierenden ist halt auch in der Retroperspektive, die hast du ja nie wieder.
00:06:45: Du bist das erste Mal so von alleine zu Hause weg, wahrscheinlich so richtig.
00:06:49: Und dann hast du vielleicht noch nicht so viel Stress wie im Berufsleben oder wenn du da noch Papa dazu bist.
00:06:53: Und diese Freiheiten hast du eigentlich danach nie wieder.
00:06:56: Deswegen ist eigentlich aus meiner Perspektive des Studierendesstatus ein guter Gründungsstatus.
00:07:01: weil du aus diesem und ich kenn viele auch aus Detectbubble und so weiter, die alle aus dem Studium heraus schon gegründet haben.
00:07:08: Und ich kann es eigentlich nur jedem raten, parallel zum Studium schon irgendwas links, rechts ein bisschen zu machen und sich auszuprobieren, weil... das wirst du auch in dem wirklichen Leben, also vom akademischen Lernen und so weiter, lernt man natürlich auch sehr schnell.
00:07:23: Ja, das ging ganz spannend.
00:07:25: Als ich das so gelesen habe, was du so gemacht hast, bin ich da natürlich auch drüber gestorbert, ui, zwanzig Semester studiert.
00:07:31: Klar ist jetzt nicht die Regelstudienzeit, sondern... Ein Schwanz
00:07:34: über sieben zwanzig, Herr Präsident, ohne noch schlimmer
00:07:37: zu machen.
00:07:39: Ich finde das gar nicht schlimm, sondern mehr so, wie du das ja auch beschreibst, ist ein Lebensabschnitt.
00:07:44: Kommt man dem näher, wie es für dich war, dass das so eine Art Inkubationsphase war?
00:07:51: Irgendwann kam ja mal dieser Gedanke, ich mach mich da jetzt auf den Weg mit dem Gründen.
00:07:55: Aber du hast ja auch gesagt, das war ein bisschen länger.
00:07:57: Also du warst immer noch schon irgendwie auch in Touch mit der Uni, oder täuscht das?
00:08:01: Ja, ja, absolut.
00:08:02: Also ich mein, man muss das Retro-Perspektiv sehen.
00:08:04: Damals, in dem wir in dem Verein gegründet haben, war Gründen nicht das, was es heute ist.
00:08:09: Heute wirst du ja auf LinkedIn abgefeiert, wenn du so ein gefühltes Rockstar und so, wo ich den Leuten auch immer gerne die andere Perspektive offeriere und sagen, gründen ist auch echt anstrengend.
00:08:20: Weil du kommst dann in so eine Gründerrolle rein oder auch dann sehr schnell stäuberst du auch in so was.
00:08:24: Geschäftsführungen rein.
00:08:25: Ich bin zum Beispiel kein guter Geschäftsführer.
00:08:28: Viele Gründer sind eher Gründer, Mentalitäten, aber vielleicht gar keine Geschäftsführungen, weil das ist halt ein anderes operatives Game, so als irgendwas loszutreten und zu starten.
00:08:38: Zurück zu deiner Frage.
00:08:39: Ich meine, bei mir muss man denken, ich habe vor allem auch das Studium sehr lange rausgezögert, weil ich mich nicht getraut habe gegenüber meinem Bildungsbürgertum Eltern.
00:08:48: Das abzubrechen, muss man auch ganz ehrlich sagen.
00:08:50: Also ich hätte schon viel früher eigentlich sagen können,
00:08:53: ey.
00:08:54: bin der dann der?
00:08:55: die Sachen die ich aus dem studium gelernt habe sind ja wie schaffe ich mir schnell information drauf?
00:09:00: wo kann ich die information bekommen strukturiertes arbeiten schon sich auf den arsch setzen und wirklich lernen.
00:09:06: ja so die hatte ich dann ja schon gelernt.
00:09:09: aber der mir ging also bei mir war er das problem zu meinen Eltern gehen und sagen, ich weiß, ihr habt eine andere Vorstellung von meinem Leben.
00:09:16: Aber meine ist halt auf Sam Pauli anders gekommen.
00:09:18: Und gab's den Moment dann?
00:09:20: Ja, ich musste das schon abbrechen dann.
00:09:23: Wir haben deine Eltern dann reagiert.
00:09:25: Ja,
00:09:25: not amused.
00:09:27: Deswegen würde ich auch gerne den Präsident fragen, wenn es so was wie ein Erndoktor-Titel gibt.
00:09:30: Oder so würden meine Eltern voll feiern.
00:09:33: Keine Ahnung, ob es da Möglichkeiten gibt.
00:09:35: Willst du nur offen ansprechen, um da so ein Traumata bei meinen Eltern?
00:09:38: Bei mir ist das gar keins.
00:09:40: Aber bei meinen Eltern Die haben mir ganz lange nicht verstanden, dass Viva Conacva wirklich etwas ist mit Substanz.
00:09:48: Sie dachten, ich mache da Quatsch, Pfandbecher sammeln auf Musikfestivals.
00:09:51: Ich war von Mai bis Oktober, deswegen konnte ich ja auch nicht so viel studieren, war ich nur auf Musikfestivals.
00:09:57: Und habe diese ganze Pfandbecher-Sammelaktion gestartet, wo ehrenamtliche gehen und spenden, simpel, sexy und strukturell machen.
00:10:05: Und dadurch ist Viva Conacva erst mal gewachsen.
00:10:07: Bevor wir dieses Wasserunternehmen, Klopapierunternehmen etc.
00:10:11: gegründet haben, waren wir vor allem Gemeindezügerfeinde.
00:10:14: Und das sind wir immer noch.
00:10:15: Und das konnten meine Eltern aus Süddeutschland gar nicht greifen.
00:10:17: Und deswegen wird das schon so ein, ist das bei denen so ein kleiner Wunderpunkt vielleicht.
00:10:23: Mittlerweile ist vielleicht weniger geworden.
00:10:27: Genau.
00:10:27: Geht doch da gerne nochmal rein für die.
00:10:30: Also falls es jetzt höher innen gibt, die Viva Con Aqua noch nicht kennen, beschreibt doch vielleicht nochmal, was ihr macht.
00:10:37: Wir kümmern uns um den Zugang zu saubendem Trinkwasser.
00:10:39: Wir haben ca.
00:10:39: vier Komma fünf Millionen Menschen mit saubendem Trinkwasser versorgt.
00:10:42: In den letzten neunzehn Jahren haben neben dem Verein in acht verschiedenen Ländern, Deutschland, Österreich, Schweiz, Südafrika, Uganda, USA, Spanien, wobei Spanien machen Ciesta.
00:10:52: Holland haben das auch gegründet, aber das ist leider wieder beendet.
00:10:56: Die haben vielleicht zu viel gekifft dort oben, aber egal, das ist ein anderes Thema.
00:10:59: haben wir noch mehrere Sozialunternehmen gegründet.
00:11:02: Und die gehören immer mehrheitlich der Gemeinnützigkeit.
00:11:04: Und das ist einmal das Wasser, das, wo ihr ja geilerweise am Philosophenturm habt, seitdem ihr, seitdem ich noch studiert habe, ich glaube, es war Jahrzehnteinzehnteinzehntein, dann unser Klopapier von Goldheimer, ja, um auch dieses Tabuthema seither versorgen zu brechen, ja, immer noch jeder zweite Mensch keinen Zugang zu einer Toilette, was unvorstellbar ist, in Zeiten wie diesen, ja, und wo auch die Kohle von einem, sag ich mal, der Rich Tag Boy Kids oder so, die bei Trump da immer abhängen reichen würde, um das zu verändern.
00:11:34: Also das heißt ja auch, das Geld ist da.
00:11:36: Ich meine, du bist dann einer der Top-Unis der Welt, so du weißt auch, dass das Knowledge da ist.
00:11:41: Wir haben alle Technologien, um diese Themen zu... es fehlt nur der Motivation.
00:11:45: Und manchmal der Aufmerksamkeit und der Enttabuisierung und anderen Narrativen, anderen Strukturen, also wirklichen Transformationen auf Sonometer eben, weil die meisten Strukturen, die wir haben, sind sehr, sehr Oldschool.
00:11:59: So, und das ist mein, auch meine Aufgabe.
00:12:01: so, um nur ums fertig zu machen, dann haben wir noch ein Kunstfestival im St.
00:12:05: Pauli-Stadion, Musiklabel und drei Hotels, eins in Kapstadt, eins in Hamburg, eins in Berlin im Bau.
00:12:11: Und eben alles gehört der Gemeinnützigkeit mehrheitlich, sind ein paar Investoren dabei, aber das sind so Leute wie Bela B. von Ärzten, den wir auch das Viva Con Aqua-Logo tätowiert haben, der ist Familie, Jan Delay oder so, Mitra Casay aus Hamburg.
00:12:26: Da bist du aber im Grunde doch Sozialunternehmer, oder?
00:12:28: Ich bin ehrlicherweise alles, was du brauchst als Label, damit du dich engagierst.
00:12:33: Also ich möchte dir, weißt du so, ich bin auch clown voll oft, weißt du?
00:12:37: Die Themen, die in dieser Welt sind, die sozialen Themen, die sind oft sehr hart.
00:12:42: Wenn du genau hingehst und wirklich mal in Uganda stehst und siehst, ich war jetzt vor vier Wochen wieder da und ich dachte, ich hätte es tausendmal gesehen.
00:12:51: Aber mir hat es wieder die Füße weggezogen, wenn du siehst, wo aus der Wasserstelle, wo Menschen trinken, wo Kühe reinscheißen, wo Frösche drin sind und so weiter.
00:13:00: Und du siehst es, das ist ja kein geiles Thema.
00:13:02: Das heißt, meine Aufgabe ist das zu transformieren, dass dir so leicht für sich wie möglich zu machen.
00:13:07: oder wie bei dem, deswegen ist Sozialunternehmen so geil, weil bei dem Wasser ist mir doch egal, ob du weißt, dass es sozial ist, du kaufst es.
00:13:14: Und bei diesen, so, warum ist es erstmal egal?
00:13:17: So, mir, per se.
00:13:18: Mir ist eh egal, warum sich Leute engagieren.
00:13:20: Hauptsache, sie engagieren sich.
00:13:21: Never judge them, so, weil das ist irgendwie ein bisschen langweilig.
00:13:25: Dann bist du immer in so schwarz-weiß denken und eigentlich ist ja das Schöne im Leben die Klariatur der... Töne oder der Farben.
00:13:31: Die
00:13:31: Diversität, die Unterschiede.
00:13:33: Ich faszinier das sehr, weil genau wie du das sagst, das Wissen überall, diese Probleme ist ja vorhanden.
00:13:40: Wir schreiben uns das ja auch als Uni sehr stark auf die Fahne und der Nachhaltigkeit.
00:13:45: Werden wir auch sehr stark für gesehen.
00:13:47: Mich treibt dabei schon sehr, um wie kommen wir denn eigentlich ins Tun?
00:13:49: Wie kommen wir vom Wissen ins Handeln?
00:13:51: Und das ist ja eigentlich genau das, was du machst.
00:13:54: Ich verstehe dich so.
00:13:55: Ja, Hauptsache wir kommen jetzt mal ins Handeln, oder?
00:13:57: Absolut,
00:13:57: also ich glaube unsere Kernkompetenzen komplementär verteilen könnte nicht krasser sein, weil wir sind eigentlich immer erstmal, weißt du, das Paradebeispiel ist Schlauchboot bei Clueso.
00:14:08: oder an Chisho-Maker, auf dem Deichbrand Festival.
00:14:10: Die Leute schmeißen ihre Becher rein.
00:14:13: Genau, musst du genau beschreiben.
00:14:14: Ja,
00:14:14: kurze Ansage von, ey, ihr müsst nichts anderes machen, außer eure Lieblingsband abwerfen, fliegen viertausend Becher auf die Ärzte.
00:14:20: Hurricane, zwei tausend acht.
00:14:21: So, konnten sechs Minuten keinen Konzert spielen.
00:14:24: Jeder dieser Becher hat einen Pfand, ist ein Euro wert.
00:14:27: So, dann findet es erst mal jeder lustig.
00:14:29: Jeder redet darüber, es geht auf YouTube viral.
00:14:31: damals, was damals viral war, ist was anderes wie heute, egal.
00:14:35: So, Long Story Short, dadurch... ist erst mal Kommunikation darüber.
00:14:39: Da geht es soweit, er hat Pfandbecher und ha ha gespendet.
00:14:43: Die Information, was das jetzt bedeutet, wie diese Euro dann nach Uganda kommt, wie es in Uganda aussieht, wie viele Menschen da leben, wie viele keinen Zugang zu sauberm Trinkwasser haben, was die Probleme sind, etc.
00:14:55: Dieses Wissen, das ist erst mal sehr oberflächlich.
00:14:59: Das heißt, je tiefer du bei Viva Con Aquarein kommst, umso mehr Wissen offerieren wir auch.
00:15:03: Aber die Aktivierung ist erst mal so.
00:15:05: Ey,
00:15:05: drei Sekunden.
00:15:07: Eine Sekunde.
00:15:07: Aufmerksamkeitsökonomie.
00:15:09: Ich meine, wenn nach einer Sekunde der Katt nicht auf TikTok kommt, dann ist ein scheiß Video.
00:15:12: Dann wird's durchscrollt.
00:15:14: Und das ist schon auch so wie bei Conakva.
00:15:17: Ich glaub, man musste so ein bisschen Retroperspektiv betrachten.
00:15:21: Damals kamen siebzig Prozent aller Spenden von über sechzig hängen.
00:15:24: Weißt du, du warst gar nicht Zielgruppe.
00:15:26: Mit dem, was du machst, mit deinem Netzwerk, mit deinem Know-how, mit den Möglichkeiten als Präsident einer Uni warst gar nicht Zielgruppe.
00:15:33: Und wenn dann warst du Zielgruppe für die Frage, wie viel Spendessen jetzt?
00:15:38: Und wie ist das jetzt?
00:15:39: Naja, jetzt ist Viva Conacva eine Organisation von vielen Jugendorganisationen oder die auch ein... Schwerpunktart auf Movements.
00:15:49: Fridays for Future, Extension Rebellion, letzte Generationen, viele der so.
00:15:53: Und ich habe nicht viel im Geschichtsstudium mitgenommen, aber ich weiß eins, dass oft die transformatorische, revolutionären Ideen, die Disruption aus der Jugendbewegung kam.
00:16:03: Also Jugendbewegung war im sevzehnten Jahrhundert was anderes, aber... Das waren junge Menschen, die quasi den Status quo gechallengt haben, gesagt haben, ja, ist cool, aber vielleicht nicht alles.
00:16:15: Und können wir nicht ein anderes Narrativ, eine andere Struktur, ein anderes System bauen, wo halt vielleicht mehr Leute partizieren?
00:16:22: Du hast das jetzt gerade schon im Grunde angesprochen.
00:16:25: zu dieser Frage.
00:16:28: Du bringst ja sehr stark Fund da rein, oder sagen wir mal, Humor für die älteren Brunnenbau mit Gold, einmal Festivals.
00:16:37: Die in den Themen stecken ja wirklich Fragen von Leben und Tod.
00:16:41: So hast du ja gerade super eindrücklich geschildert, wie das in Uganda ist.
00:16:46: Wie ist das für dich selbst?
00:16:48: Wie hältst du diese Spannung aus zwischen der einer als der Leichtigkeit?
00:16:51: Du hast gesagt, ich mach mal den Clown außen, mit der aber dann der Schwere dieses Themas.
00:16:58: Es gibt so Momente, wo dir auch so der Spaß im Hals stecken bleibt?
00:17:02: Ja klar, wenn du in Uganda ... an der beschriebenen Stelle stehst, so, ja, oder wenn du, ich meine, wie viel Elend du, egal wo du, also wenn du mit sozialen, offenem Herz und eine Liebe für erst mal jedes Wesen durch die Welt läufst, dann siehst du überall Schmerzen.
00:17:20: Dann siehst du überall Elend, egal ob du in Hamburg bist, eine der reichsten Städte dieser Welt oder in Kathmandu oder in Alisabeba oder egal wo.
00:17:30: So, nur manchmal ist das Level.
00:17:32: Also Falk macht ja hier den Ton quasi und der Regler ist manchmal härter in Ländern des globalen Südens.
00:17:39: Du hast keinen Netz.
00:17:41: Wenn ich hier falle, dann passiert, also guck mal, ich habe das gelernt, da ist mein Vater ist Pathologe und ich rettungsorientierter.
00:17:47: Dadurch habe ich sehr viel mit Tod.
00:17:49: Wenn hier jemand stirbt, passiert eine Prozesskette an Dingen, die passiert, bis diese Person beerdigt wird.
00:17:56: Dann gibt es noch eine Trauerfeier davor.
00:17:58: unter Umständen sogar eine Obduktion je nach Tod und so weiter.
00:18:00: Da passiert ein ganzer Prozess.
00:18:02: In ganz vielen Ländern passiert das nicht.
00:18:05: Da ist ein Tod so da ist und dadurch gefühlt manchmal das Leben weniger wert.
00:18:10: und diese Härte natürlich habe ich die gesehen und die Ansicht eines Clowns von Heinrich Böll habe ich mal gelesen und da ist so ein bisschen.
00:18:17: du musst dir den Clown auch als traurigen Menschen vorstellen.
00:18:20: Der hat schon die Scheiße gesehen und wenn ich die Empathie nicht hätte für all diese Menschen für die ich quasi Arbeite und mich engagiere und spreche, würde ich ab und zu die, also würde ich durchdrehen.
00:18:31: So, weißt du, weil ich arbeite ja auch mit, es gibt nichts, was so überhöht wird, da kann der Präsident, don't get me wrong, aber du kannst einpacken im Vergleich zu Charity, Kunst, Musik, Kultur, Fußball.
00:18:44: Medien, das sind die Bubbles, in denen ich arbeite.
00:18:46: Das heißt, den ganzen Tag kommt so geil was irgendwie, irgendwelche Projektion, die Stars bullshit.
00:18:51: Letztendlich mache ich diese Reisen zum Beispiel, ich bin das irgendwie Bildungsreise, die krasseste Bildungsreise, das fliege eine Woche mit mir nach Uganda.
00:18:59: Die Lernkurve ist anziehen.
00:19:02: Und deshalb aber vor allem auf einer tiefen empathischen Ebene.
00:19:04: Und ich mache das vor allem für mich, damit ich überhaupt diese demut behalte nicht durchzudrehen in diesem und denken irgendwie bin geiler geiler typ oder irgendwas und ich bin genauso wie jeder andere mensch hier der ein bisschen lebenszeit geschenkt bekommen hat und krass viele privilegien.
00:19:20: Dann hast du schon sehr stark betont, wie war Konakwa im Grunde ein Produkt auch ist von St.
00:19:28: Pauli.
00:19:29: Du hast ja gesagt, dass vieles von dem, was jetzt gekommen ist, kommt dadurch, dass du hier studiertest, aber wahrscheinlich irgendwie mit der Community St.
00:19:38: Pauli, dem Leben auf St.
00:19:40: Pauli in Kontakt gekommen bist.
00:19:42: Ich frag mich mal, wird das auch woanders funktionieren?
00:19:45: Also sagen wir mal, auf Hamburg bezogen, wäre das auch in Rotmarsch?
00:19:49: Wir haben lange Kanäse gegangen.
00:19:51: Also ich glaube, man muss das so ganz klar sagen.
00:19:55: Einmal, Benni hat ja bei VfB Schuttgart gespielt, damals mit für die, die jetzt keine Ahnung von Fußball haben.
00:20:01: Korani, Leipzig, der Branden-Hinkel, das ist ein alles Top-Fußball-Professor geworden.
00:20:04: Teilweise waren es ja auf dem FIFA-Cover, also wirklich große Stars geworden.
00:20:09: Dann hat er noch in Braunstein gespielt und bei beiden Fußballvereinen wäre es niemals möglich gewesen.
00:20:13: Der St.
00:20:14: Pauli Fußballverein ist etwas Besonderes, auch im Vergleich zu dem anderen.
00:20:18: Er will da gar nicht tief reingehen, aber es ist halt einfach ein sehr sozialer, politisch aktiver Verein, sowohl von der Fanszene bis heute zum Präsidenten, Oke Göttlich
00:20:29: etc.,
00:20:30: die sich engagieren.
00:20:31: und diese Geschichte, auch die Verzahnung, weißt du, in Stuttgart, ich meine nur liebe für den VfB, arbeiten wir auch zusammen und so.
00:20:39: Diese Verzahnung aus der Popkultur, Musik etc.
00:20:42: Kunst, das war nicht da.
00:20:44: Also deswegen, ich glaube, das Ökosystem San Pauli war perfekt für uns.
00:20:49: Und ja, trotzdem, um jeden Fußballverein, könntest du gemeinnützige Kosmen noch und näher rausschießen.
00:20:57: Warum?
00:20:58: Weil alles, was diese Fußballer... sagen.
00:21:00: Und ich gender nicht bewusst, weil die Fußballer vor allem diese krasse Aufmerksamkeit haben.
00:21:05: Das wird gehört.
00:21:06: Das ist die krasseste Reichweite, die du hast in dieser Welt.
00:21:10: Und da kommt gar nicht so viel Soziales raus.
00:21:12: Und das ist ein Problem, weil das auch das, was du an Möglichkeiten mit der Uni hast, ist im Vergleich zum Fußballverein wahrscheinlich nicht medial, nicht ansatzweise und ist ein Problem, weil die Wissenschaft natürlich dadurch nicht die gleichen Mittel hat, weil die soziale nicht die gleiche Mittel hat, sondern du einen turbokapitalistisches System, das einem Krebsgeschwür ähnlich ist, so FIFA, Infantino, Paradebeispiel für Krebsgeschwür, so stelle ich mir das vor, wenn ich in Wikipedia das Nachschlag.
00:21:43: Ja, ja, ja.
00:21:44: Ja, ja, ja.
00:21:45: Okay, genau.
00:21:45: Also, das ist aber schon nochmal klar.
00:21:47: Wir
00:21:49: müssen vielleicht doch schneiden.
00:21:50: Nein, das ist gar kein Fall.
00:21:53: Urge Göttlich war ja auch schon mal hier im Podcast.
00:21:56: Für die, die jetzt vielleicht über Micha Fritz hier reinkommen, kann man auch nochmal nachhören.
00:22:01: Der war ja damals auf der Kuba-Reise, wo Benni die Idee hatte, dabei als Tatsreporter.
00:22:05: Das heißt, er schließt sich ein uralter Kreis sozusagen vor zwanzig Jahren.
00:22:10: Und das ist auch bis heute so.
00:22:11: besonders, glaube ich, dass in den Handeln Akteuren mit dem FC St.
00:22:14: Pauli gibt es nicht mal einen Vertrag.
00:22:16: Es gibt keinen richtigen Vertrag, wo die ganzen Partnerschaften, sondern es ist ein gegenseitiges Vertrauen, gegenseitiges Kennen, auch die Schwächen mal zu kennen, die stärken und so weiter, lebtsam und ein gemeinsames Engagement.
00:22:28: Also so typisch, die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
00:22:32: Und ich mein, ich weiß ja nicht, was deine Definition von Nachhaltigkeit ist.
00:22:36: Vorher gesagt, nachhaltig ist interessiert mich auf jeden Fall.
00:22:38: Meine ist den anderen erst mal nicht bescheißen.
00:22:40: Erst mal ehrlich sein.
00:22:41: Das ist so die Grundregel von Nachhaltigkeit.
00:22:45: Erst mal nicht sich auch nur an seinen Vorteil zu denken.
00:22:48: Deswegen haben wir uns ja auch damals nicht Non-Profit, sondern All-Profit-Organisation genannt, dass alle einen Profit haben.
00:22:54: Auch ich denke jetzt auch an die Hörerinnen, die sollen wenigstens Spaß haben oder irgendwas lernen sozusagen, weil sonst werden sie sich auch nicht engagieren.
00:23:01: Genau, also gut.
00:23:03: Du fängst da an mit der Definition von, ich würde das Anstand nennen, wo du jetzt gerade, also was du sagst, der Anfang der Nachhaltigkeit ist dann der Anstand.
00:23:10: Ja, okay, von mir aus.
00:23:13: Anstand versteht halt auf der Straße keiner.
00:23:17: Das ist ja manchmal korrekt mir vom Wrong, aber auch das Problem von der Wissenschaft, dass du so Wissenschaftskommunikationen so schwierig ist.
00:23:25: Und da rein theoretisch musst du, glaube ich, da gibt es ja jetzt Leute, die das sehr, sehr geil auf Social Media und so weiter mittlerweile machen.
00:23:32: Aber das ist das, was ich früher gecheckt habe, ist, da ist so ein Gefälle zwischen dem, was mein Vater in der Pathologie sich reingeballert hat und was ich gelebt habe.
00:23:45: Ja, wir müssen genau, jetzt sind wir bei der Frage, wie kriegen wir Wissenschaftskommunikation besser hin und was können wir vielleicht von Aktivisten wie dir lernen?
00:23:52: Ja, weil das ist ja was wir tun uns als Wissenschaftlerin sehr schwer damit.
00:23:56: Wir wollen ja immer möglichst differenziert sein, alles hat ganz viele Schattierungen und dann gibt es auch dies und dann gibt es auch das.
00:24:02: Aber dann Sachen so zu verpacken, dass sie letztlich möglichst dann TikTok tauglich sind, ja?
00:24:06: Ja.
00:24:07: Ist doch so ein Thema, was uns die Ferien untranzen
00:24:09: sehen, Herr
00:24:10: Präsident.
00:24:10: Ja, genau, genau.
00:24:11: Das führt uns jetzt vielleicht echt raus.
00:24:13: Aber beschäftigt mich schon auch, weil natürlich, wenn man sich anguckt, wo ziehen unsere Studis heutzutage wissen her, also jetzt mal sehr vereinfacht.
00:24:21: Ja genau, das ist jetzt neu, aber davor, sagen wir mal, TikTok ist natürlich ein Riesenthema und mein wegen Insta.
00:24:28: So, aber das ist für uns natürlich eine krasse Herausforderung, weil es das als Uni, ui, jetzt wollen wir, wir müssen jetzt einen TikTok-Kanal machen, damit wir Studis erreichen mit wesentlichen Themen.
00:24:37: Ja, so.
00:24:38: Gut.
00:24:39: Genau, müssen wir vielleicht mal demnächst noch eine Folge zu machen.
00:24:42: Wir kommen nämlich so langsam zum Ende.
00:24:44: Ich wollte aber schon nochmal fragen, jetzt, nachdem du jetzt aus der Uni auch raus bist, gibt es trotzdem noch irgendwie Kontakt zu, sagen wir mal, Studienkolleginnen, Kollegen aus der Zeit.
00:24:56: Ist die Uni irgendwie noch relevant für das, was du heute tust?
00:25:00: Gibt es Kontaktpunkte?
00:25:01: Die Uni wird immer nukleos für soziales Engagement sein.
00:25:04: Also das, glaube ich, weil gerade Studierende genau in so einer transformativen Phase ihres Lebens sind und auch Lust auf neuen Input haben.
00:25:13: Die meisten Ehrenamtlichen kommen von Unis und so weiter, ganz klar.
00:25:16: Und mit deiner Kollegin, Professor Laura Erdinger.
00:25:21: Erdinger schon.
00:25:21: Schön.
00:25:22: Danke.
00:25:22: So versuchen wir auch gerade ein bisschen so ein Seminar zu Aktivismus zu machen, weil ich glaube, dass ein Podcast mit Luisa Neubauer entstanden.
00:25:29: Die Idee, weil die meisten aktivistischen Stimmen, die ich kenne, lernen das Learning by Doing.
00:25:35: Und das heißt aber, da gibt es ja einen unfassbaren Erfahrungsschatz jetzt mittlerweile und es gibt auch Handwerkzeug, was eine gute Kampagne, was keine gute Kampagne, wie kann man auch Sozialunternehmertum integrieren sozusagen, wie kann man Produkte bauen, die demokratiefördernd sind etc.
00:25:50: Also da gibt es super viel und ist aber noch kein Studiengang.
00:25:53: Und das wäre zum Beispiel etwas, was aus meiner Sicht ein Wert hätte, so.
00:25:57: Vor allem und abseits davon seid ihr ja immer noch guter Wasserkunde und unser Klubapier versuche ich dir auch noch unterzuliebeln.
00:26:04: Aber was du gerade schon sagst genau, Laura Edinger-Schutz ist bei uns die CSO, also Chief Sustainability Officer, kümmern sich sehr stark um Nachhaltigkeitsangelegenheiten.
00:26:13: Was übrigens, sorry, wenn ich da unterbreche, das ist so eine ADHS-Nummer immer und zum Brechen, aber ich mega gut finde, weil wenn es diese CSO nicht gibt, dann ist es nicht real.
00:26:23: dann kann es nicht real sein.
00:26:24: Weil du brauchst es im Vorstand, damit wirklich am Ende die Ökonomie, Nachhaltigkeit und Executive oder Marketing wirklich miteinander verhandeln.
00:26:35: Weil vorher war fast alles was Nachhaltigkeit kam, kam immer aus der Presse oder Marketingbubble.
00:26:40: Und dann ist es sehr schnell auch genau dieses Screenwashing und nicht wirklich Ehrlich, du musst am Verhandlungstisch sein und musst sagen, hey, hier ist WETO, weil wegen Sustainability, wir können das nicht machen.
00:26:51: Wir haben zum Beispiel drei Millionen Flaschen bei einer großen, wie heißt das, Fluglinie abgelehnt, weil die wollten es pfandfrei.
00:26:57: Was würde das heißen?
00:26:58: Dann geht es nach Ibiza, blablabla, liegt natürliche mehr.
00:27:01: Natürlich hat es die andere Wassermarke sofort gemacht, aber wir, und das ist, glaube ich, der Unterschied, wenn du halt versuchst, holistisch zu arbeiten, es ist schwerer, es geht nicht so leicht, es geht nicht so schnell und du musst eben auch mehr differenzieren.
00:27:14: Genau.
00:27:15: Und du hast das perfekt beschrieben, wie es bei uns sicher auch auswirkt, dass wir eben tatsächlich eigentlich alles, was wir tun, auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten, deshalb jetzt angucken und ich merke halt, wie stark das gerade auch die Studis umtreibt.
00:27:25: Das war jetzt gerade der Aufhänger, dass du sagst, da kommt ja viel auch her und viele Studis wollen was bewegen und sagen auch, jetzt gibt uns doch mal die Tools an die Hand.
00:27:33: Da können wir nicht mehr auch im Unibetrieb dazu machen.
00:27:36: Genau.
00:27:36: Jetzt hast du gerade ein Stichwort noch mal gegeben.
00:27:38: Ich glaube, da muss ich auch noch mal drauf kommen.
00:27:41: Ich hab Zeit, ich bin tief
00:27:42: nötig dran.
00:27:43: Du gehst sehr offen und positiv mit deiner eigenen ADHS-Diagnose um.
00:27:47: Du hast ja vorhin auch gesagt, heute kickt es richtig.
00:27:52: Und nennst das ja auch öfter mal deine Superkraft.
00:27:55: Und jetzt hast du auch vorhin auch darüber gesprochen, wie das dann ist, Geschäftsführer zu sein.
00:28:00: Und ich frage jetzt auch, als jemand, der selbst eine Organisation führt, gibt es dann auch mal einen Moment, wo sich das nicht wie eine Superkraft anfühlt, dann fühlt dich, wo du irgendwie denkst, uff, das macht mich vielleicht auch zum schlechteren Lieder.
00:28:13: Also, ich glaube, als Kontext muss man ganz klar sagen, ich habe eine absolut privilegierte Stellung.
00:28:19: Ich bin mittlerweile freies Radikaler oder Joker, das heißt, ich kann auch nichts unterschreiben und habe eine Betreuung, die quasi auf allen Projekten mit mir arbeitet.
00:28:29: Deswegen, das ist ganz dünnes Eis, weil natürlich eine... Personen, die jetzt vielleicht an der Kasse sitzt, in einem sehr linearen, hierarchisch geführten System oder so, Supermarkt oder so, da ist natürlich das, wenn ich da, der sagt, ADIS ist eine Superkraft, dann haut die mir auf die Fresse.
00:28:45: Also weil das natürlich, also deswegen, ich glaube für mich ist es ein Geschenk.
00:28:50: Und ich konnte nur so arbeiten und ich würde allen Menschen und Organisationen dazu raten, wenn ihr neurodivergente Personen habt, guckt nach deren Bedürfnissen, versucht sie zu integrieren.
00:29:02: Denkt aus zwei Perspektiven, aus deren Perspektive, und aus des Unternehmens sozusagen und versucht die sauber zu integrieren.
00:29:08: Dann kann diese Superpower auch für das Unternehmen sein.
00:29:11: Weil das kann ich schon mit guter Berechtigung glaube ich sagen, lieber Conakwa, ist auch das wegen meinem ADS, weil wir so viel gemacht haben und ich fast nie leerlauf.
00:29:19: Für alle Mitarbeitenden, Kolleginnen, meine Frau, meine Kinder kann das krasse Überforderung sein.
00:29:26: Und das muss man auch... auf dem Check-up.
00:29:28: Das heißt, denen eigentlich die Ermächtigung zu geben.
00:29:30: Ey, sag mal, chill mal.
00:29:31: Meine Frau sagt immer atme, Junge.
00:29:33: Und so weiter, ne?
00:29:33: Also da nochmal so... Und ich glaube, das ist eher das... Das ist für mich gar nicht... Dadurch, dass ich auch was Sinnhaftes mache, glaube ich, rutsch ich nicht so schnell in diesen Burnout rein, weil so die... Die Sinnhaftigkeit ist einfach riesengroß.
00:29:45: Du machst keinen Scheiß.
00:29:47: Ich weiß, wofür ich es mache.
00:29:48: Wobei auch Burnouts im aktivistischen Bereich gibt, also auch da aufpassen und so, ne?
00:29:53: Nicht, dass das jetzt falsch verstanden wird und so, ja.
00:29:56: Dann kommen wir wirklich langsam zum Schluss.
00:29:58: und ich hätte noch eine Frage, ja, so wirklich sehr reflexiv.
00:30:02: Wenn du dir vorstellst, du könntest mal die Gesetze der Physik außer Kraft setzen und jetzt dem jungen Micha damals in Stuttgart, zwei tausend, zwei nochmal was zuhufen, bevor du dich auf diese Reise machst.
00:30:14: Was wäre das?
00:30:16: Ich glaube, never take yourself too seriously.
00:30:19: Das habe ich gern früher gelernt.
00:30:20: Viele nehmen sich viel zu wichtig.
00:30:24: Und dann auch in diesem Kontext sich nicht als zentrale Schnittstelle zu ganz vielen Sachen bauen, weil da tendieren auch, glaube ich, ganz viele Gründerinnen dazu, weil dann bist du natürlich unersetzlich.
00:30:38: Und wie so schön heißt der Friedrichs voll von unersetzlichen Leuten und so ist es totaler Bullshit.
00:30:43: und da eher so eine Open Source Mentalität von Anfang an innerhalb des Organisations.
00:30:48: so, weil ich bin jetzt die Schnittstelle halt zu fast allen Musikerinnen, Künstlerinnen und so weiter und wenn ich jetzt halt... Nicht mehr da wäre, was kacke auf jeden Fall für mein Leben und das meine Kinder wäre, vielleicht noch zwei, drei andere Menschen, dann wäre das aber auch für VioKanak war blöd.
00:31:02: Und ich glaube, diese Abhängigkeit zu reduzieren von Anfang an oder gar nicht zu bauen, sondern mehr Open Source, Digitalisierung viel früher checken, also welche Möglichkeiten da sind.
00:31:12: Ich meine, wir werden jetzt... digitalisiert.
00:31:15: Also, Viva Conacva wirkt ja oft wie so ein avantgardistischer Offen.
00:31:18: Aber wir haben ja ähnliche Strukturprobleme wie auch, wie alle Menschen.
00:31:21: Und das glaube ich auch.
00:31:22: letztendlich, und das ist das letzte, was ich Michael Fritz sagen würde, ist, der Typ da drüben, der leidet auch.
00:31:28: Der hat auch Kopfkino.
00:31:29: Der ist auch nicht immer entspannt.
00:31:31: Dem geht es auch nicht immer gut.
00:31:32: Nimm ihn erstmal in den Arm, sei lieb zu ihm und so weiter, weil ich glaube, das würde sehr viel, also wirklich Empathie als Schulfach wäre geil oder als Studienfach.
00:31:41: Vielleicht kannst du das noch... Das fände ich geil.
00:31:44: Nein, aber wirklich, ich glaube, das würde so viel ändern.
00:31:48: So, und ich habe auch manchmal das Gefühl, wenn du dann so in die Medien guckst und dann wieder irgendjemand so, wo du denkst, warum passiert das?
00:31:54: Ja, letztendlich ist es dann oft mangelnde Empathie und vielleicht nicht als Kind geliebt worden oder jetzt geliebt werden oder whatever.
00:32:02: Und das klingt jetzt vielleicht so, was weiß ich, nach wie auch immer noch... Wie heißen diese Kerzen, die man anmacht oder so, irgendwie so nach Spirigramm?
00:32:11: Aber ich
00:32:11: glaube an diesen holistischen und meist in der Uni führt man auch holistisch.
00:32:15: Da denkt man von der Hausmeisterin bis an den Uni-Prof über die Studierenden und die, ich weiß, wie viele Studiengänge habt ihr?
00:32:23: Ehm,
00:32:24: hundert, achtzig.
00:32:25: Wie viele Mitarbeitenden habt ihr?
00:32:27: Sieben, tausend.
00:32:28: Also so insgesamt sind wir vielleicht so sechszigtausend Menschen im System.
00:32:32: Wie viele
00:32:32: Gebäude?
00:32:33: Oh
00:32:33: Gott, Liegenschaften.
00:32:34: Hundertsechzig?
00:32:36: Jahresumsatz?
00:32:38: Knapp ne Milliarde.
00:32:39: Ich meine die Komplexität auch.
00:32:41: Das ist zum Beispiel auch so was, wo ich so denke, bevor ich mir rausnimm, würde dir Feedback zu geben.
00:32:46: Würde ich erst mal Praktikum bei dir machen.
00:32:48: Weil die Komplexität von ganz vielen Leuten auch, ich bin kein Fan von den hiesigen politischen Systemen, gerade und so weiter, wie es, oder Kräften, sagen wir mal so, die sehr antidemokratisch wirken und eigentlich eine Wiederholung, dann muss ich glaube ich nicht ausführen.
00:33:05: Trotzdem habe ich erst mal ein Verständnis von der Komplexität, von anderen Jobs sozusagen und auch da würde Empathie helfen.
00:33:12: So wirklich nicht sich anmaßen, dass ich dir jetzt ein Feedback auf einen Milliarden... ist ein Unicorn.
00:33:17: Ein Bildungsunicorn.
00:33:19: Ich würde
00:33:20: die TechUp Bubble
00:33:22: auf
00:33:22: LinkedIn
00:33:22: posten.
00:33:23: Zum Glück sind wir nicht an der Börse notiert.
00:33:26: Darf Bildung privatisiert werden?
00:33:29: Wie stehst du dazu?
00:33:30: Die Frage nehmen wir mal mit in einer der nächsten Folgen.
00:33:33: Jetzt springt zählt den Rahmen lieber im Bücher.
00:33:35: Ganz herzlichen Dank, dass du heute da warst.
00:33:36: Danke für deine tollen Einblicke, für die Energie, die du darüber gebracht hast.
00:33:39: Vielen Dank.
00:33:40: Weiter viel Erfolg.
00:33:42: Danke.
00:33:42: Sehr gerne.
00:33:43: Tschüss.
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